Die Heidenheimer Teilorte

An Größe und Bedeutung gewann Heidenheim im letzten Jahrhundert nicht zuletzt durch die Eingemeindung seiner Vororte, die heute für fast die Hälfte der Einwohnerzahl stehen.

Schloessle

Schnaitheim

Im Norden Heidenheims liegt sein größter, vor mehr als 100 Jahren eingemeindeter Teilort – das im Ortskern noch dörflich anmutende Schnaitheim, zu dem auch Aufhausen und das Wohngebiet Mittelrain gehören. An der Brenz, die mitten durch den Ortsteil fließt, finden Spaziergänger idyllische Ecken. Besonders romantisch ist es rund um das „Schlössle“ aus dem 12. Jahrhundert, in dem lange Zeit der Heidenheimer Oberforstmeister residierte, und an der alten Schnaitheimer Mühle, die allerdings schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Südlich von Schnaitheim, zwischen Bonifatiuskirche und Ballspielhalle bzw. am Ende des Brenzparks, der bis in die Heidenheimer Innenstadt führt, lädt der 31 Meter lange und 13 Meter breite Sonnen- und Zeitpfad zum Besuch ein. Die
Installation aus Sonnenuhr, Himmelsglobus, Planetenweg und Tierkreiszeichen, im Jahr 2000 mit Hilfe von Sach- und Geldspenden realisiert, macht die Zeit „begreifbar“.

Mergelstetten

Auch wenn das über dem Brenztal gelegene Wohngebiet Reutenen heute dem größten Teil der Einwohner Mergelstettens ein Zuhause gibt, hat die im Süden gelegene Teilgemeinde doch ihren dörflichen Charakter bewahrt, wie beispielsweise der Dorfplatz und die Fachwerkhäuschen an der Brenz zeigen. Auch die direkt am Fluss gelegene evangelische Kirche, 1843 im neugotischen Stil von Carl Alexander Heideloff erbaut, prägt das Bild von Mergelstetten. Im Kontrast zur dörflichen Idylle stehen das Gewerbegebiet,
das Entsorgungszentrum der Kreisabfallwirtschaft und das Zementwerk von Schwenk. Dank seiner durch gewaltige Filteranlagen erreichten „staubfreien“ Produktion und der Renaturierung des alten Mergelstetter Steinbruchs grünt es jetzt wieder rund um das Werk, wo sogar einige seltene Pflanzenarten heimisch geworden sind.

Sternwarte auf dem Erbisberg

Kurz vor dem Schwenk’schen Steinbruch, am Erbisberg, einem weiteren Teil Mergelstettens, ging im September 2006 die Sternwarte des Heidenheimer Astronomievereins in Betrieb. Durch eines der weltweit besten Zeiss-Teleskope sowie ein neues Spiegelteleskop können auch Besucher an öffentlichen Beobachtungsabenden den Sternenhimmel betrachten.

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Kirche_mergel
Kirche_Grosskuchen

Großkuchen

Etwas weiter entfernt, im Nordosten, ist Heidenheims jüngster Teilort Großkuchen mit Kleinkuchen, Rotensohl und Nietheim angesiedelt. Umgeben von Wiesen, Feldern und Heidelandschaft entstand hier in den letzten Jahrzehnten ein modernes Wohngebiet. Der dörfliche Ursprung ist allerdings viel älter. So wurde die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul bereits zwischen 1735 und 1739 auf Veranlassung von Edmund Heyser, des damaligen Abtes des Klosters Neresheim, erbaut, der Turm stammt sogar von 1712. Der Kirchenraum ist ganz im Barockstil gehalten, mit drei Altären aus Stuckmarmor, üppiger Stuckdecke mit Fresken von Michael Zink aus Neresheim und mit reich geschnitztem Gestühl.

Schwarze Kunst in Rotensohl

Die „Rauch“-Schilder und den Parkplatz „Kohlplatten“ an der Autobahn A7 kennen viele Besucher der Stadt, aber nur wenige wissen, dass sich dahinter der älteste Gewerbebetrieb Heidenheims verbirgt, die Köhlerei zwischen Rotensohl und Nietheim. Seit 1816 und inzwischen in der 6. Generation produziert Familie Wengert dort Holzkohle. Ausschließlich Hartholz aus heimischen Wäldern, meist Buche und Eiche und nicht billige Fichte wie bei der Industrieholzkohle, wird in der einzigen deutschen Köhlerei dafür verwendet und in traditioneller Weise in Holzkohle verwandelt – ideal für den Einsatz als Grillkohle, vor allem aber auch in der Industrie.

Oggenhausen

Direkt an Bayern grenzt Heidenheims kleinster Teilort Oggenhausen, dessen Geschichte sich bis ins 12. Jahrhundert verfolgen lässt. Bedeutendster Grundeigentümer im Ort war um die Mitte des 14. Jahrhunderts die Deutschordenskommende Giengen, ab der Mitte des 15. Jahrhunderts das Niederadelsgeschlecht der Fetzer, die 1587 ihre Herrschaft und damit das Dorf Oggenhausen in die Güter des sogenannten „Oberen Schlosses“ und des „Unteren Schlosses“ teilten. Der heutige Gasthof „Zum König“ dürfte bereits damals als Teil des „Oberen Schlosses“ bestanden haben. 1612 kamen die Güter des „Unteren Schlosses“, 1662 die des „Oberen Schlosses“ zum Herzogtum Württemberg. 1686 / 87 wurde die bis heute bestehende Brauerei Königsbräu errichtet, die einzige noch verbliebene Brauerei im Stadtgebiet Heidenheims. Die wichtigsten historischen Daten Oggenhausens sind auf den Gusstafeln des Erzknappenbrunnens in der Dorfmitte verewigt. Er erinnert daran, dass bis Ende des 19. Jahrhunderts in und um Heidenheim Bohnerz abgebaut und verarbeitet wurde. Mit der 1732 von Werkmeister Johann Leonhard Hory an der Stelle einer Wendelinskapelle errichteten evangelischen Kirche besitzt der Ort ein barockes Baudenkmal. 2007 konnte  das 275. Jubiläum gefeiert werden. Oggenhausen, das heute rund 1.500 Einwohner zählt, wurde am 1. Januar 1971 ein Ortsteil von Heidenheim, nachdem 95 % der Oggenhauser Bürger für den Anschluss an Heidenheim votiert hatten.

Kirche_Oggen